Ilmenauer Nano-Forum spart mit kleinen Partikeln großes Geld

25.02.2011

Mit Hilfe kleinster Nano-Partikel lassen sich etwa Solarzellen in Zukunft viel billiger herstellen als heute. Das Ilmenauer Innovationsforum "Mikro-Nano-Integration" weiß, wie das geht.
Ilmenau. Eigentlich sollte man das, worum es geht, gar nicht sehen können. Nanostrukturen, also solche, die sich in Bereichen bewegen, wo der Durchmesser eines Menschenhaares als dick gilt. Mit solchen Stukturen lässt sich Geld verdienen - doch wie anstellen?

Darum geht es beim Thüringer Innovationsforum "Mikro-Nano-Integration", das im Sommer vergangenen Jahres an den Start ging. Von dessen Sinnhaftigkeit ist zum Beispiel Uta Neuhaus überzeugt. Die diplomierte Kristallografin kennt sich aus mit Solarzellen und weiß, dass bei deren Herstellung noch gewaltiges Potenzial zum Sparen vergraben ist: "Man muss sich vorstellen, dass die elektrischen Leitungen auf eine solche Zelle gedruckt werden könnten", sagte Neuhaus, die am CiS-Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik in Erfurt arbeitet.

Nanotechnologie spart Ressourcen

Heute würden Ressourcen damit vergeudet, dass man eine 800 Grad heiße Metallpaste auf die Zellen aufbringe, von denen dann überschüssiges Material wieder abgekratzt werde. Solch ein Prozess sei alles andere als effizient. Auf Nano-Größe verkleinerte Partikel hingegen ließen sich in mit Hilfe eines Speziallösungsmittels in eine Art Tinte überführen, die auf die Zellen gedruckt werde, während die Lösungsmittel einfach verdampften. Dazu sei auch lediglich eine Temperatur von 200 Grad notwendig - eine Ersparnis von Material und Energie.

Forschung selten für kleine Firmen ausgerichtet

Das zunächst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forum biete deshalb wertvolle Möglichkeiten, dass sich Wirtschaft und Wissenschaft miteinander austauschen könnten, sagte Neuhaus und war sich mit Professor Martin Hoffmann einig, dem Direktor des Instituts für Mikro- und Nanotechnologien der TU Ilmenau. "Es gibt viel Forschung in dem Bereich, aber sie ist selten auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen ausgerichtet, wie es sie in Thüringen gibt", sagte der Forscher. Wissen und Technologie seien oft auch in kleinen Unternehmen vorhanden, jedoch in Wertschöpfungsketten bisher nicht integriert. Da könne das Innovationsforum, das ab März ohne seine Anschubfinanzierung auskommen will, hilfreich sein - das habe sich schon bei einer ersten Zusammenkunft im November gezeigt. Ein jeder Interessierte habe sich vorstellen und andere auf Geratewohl löchern können - so seien steife Vorträge vermieden und gleichzeitig Kontakte geknüpft worden, die auf Grundlage echten Interesses stünden.Dankbar ist der Forscher dafür, dass er durch die neue Plattform direkt mit Fragen aus der Industrie konfrontiert ist: "Denn nur so betreiben wir hier Forschung im Nano- Bereich, die dann auch in der echten, also quasi der Makro- Welt angewendet werden kann."
Quelle: Thüringer Landeszeitung (TLZ), 25.02.2011